Vitamin D3 ist toxisch?

In den letzten Monaten ist eine regelrechte Vitamin D3, Cholecalciferol, Manie ausgebrochen. Magazine wie der Spiegel, Focus und sogar das Fernsehen haben sich der Sache gewidmet. Das führt, wie immer, zu einigen Kontroversen und Streitigkeiten über Sinn und Nutzen, eventuelle Gefahren und Heilungschancen von Vitaminen im Allgemeinen, Multivitaminpräparaten vs. konzentrierte Einzelvitaminanwendungen. Ähnliches wurde auch bereits beim Thema Vitamin C durchexerziert.

hochdosiert

Die Effekte von Vitamin D3

Mithin geht es immer um die Frage der sicheren Tagesmaximalmenge.

Dahinter steht die Idee, dass alles was “gut” ist – und wirklich niemand bestreitet, dass Vitamin D3 für den gesunden Menschen hohe Bedeutung hat – irgendwann wenn man es übertreibt potenziell gefährliche Effekte entfalten kann. Vitamine sind ja definiert als Substanzen, die der menschliche Körper selbst nicht spontan herstellen kann und folglich auf die Zufuhr durch Nahrung angewiesen ist.

Vitamin D3 kann tatsächlich über einige Nahrungsmittel aufgenommen werden, ist jedoch insofern kein typisches Vitamin als der Körper es sehr gut selbst herstellen kann, im Grunde also NICHT auf die Zufuhr in der Nahrung angewiesen ist wie bei anderen Vitaminen.

Die Haut bildet Cholecalciferol, Vitamin D, bei Sonneneinstrahlung

sonne-macht-vitamin-dDie körpereigene Herstellung erfolgt in der Haut durch UV-Strahleneinwirkung, auf die natürlichste Weise durch die Sonne. Es funktioniert jedoch auch sehr gut mit der Anwendung einer künstlichen UV-Strahlungsquelle, wie z.B. sogenannte Höhensonnen oder auch im Sonnenstudio.

Wenn der Körper jedoch durch Exposition gegenüber natürlichem Sonnenlicht erhebliche Mengen von Cholecalciferol selbst in der Haut herstellen kann, dann erhebt sich die logische Frage, wie es denn bei Nahrungszufuhr oder auch bei Einnahme hochdosierter Nahrungsergänzungen zu Vergiftungserscheinungen kommen kann!?

Die Größenordnungen sind in etwa wie folgt: Eine halbstündige Exposition in natürlicher Sonne um die Mittagszeit im Mittelmeerraum läßt die Haut um die 20000 IE Vitamin D3 erzeugen. Kann es also sein, dass die tägliche Zufuhr von 20000 IE Cholecalciferol in Kapselform eine gefährliche Angelegenheit ist, die man unterbinden oder an eine ärztliche Verschreibung knüpfen muß?

Die in allen Massenmedien gebetsmühlenartig wiederholte Warnung vor Sonnenexposition – verwenden Sie Sonnenschutzfaktor 30++ – bezieht sich ja nur auf ein angeblich erhöhtes Hautkrebsrisiko, nicht auf irgendwelche Vitamin D3 Vergiftungsgefahren.

Wenn also noch nie jemand infolge einer Leidenschaft für Freikörperkultur im Sonnenlicht wegen Vergiftungssymptomen ins Krankenhaus eingeliefert wurde, womit rechtfertigt man dann die “sichere” Obergrenze für Nahrungsergänzungen bei 1000 IE (hier z.B. die Information der Deutschen Gesellschaft für Ernährung zum Thema) anzugeben? Bei einer Menge also, die der Körper bereits selbst nach wenigen Minuten in der Sonne bildet?

In einem 14 Tage-Urlaub in der Karibik kann ein Urlauber locker 1 Million oder mehr IE Cholecalciferol bilden. Muss er dann behandelt werden? Sicher nicht.

Wo liegt also die wirkliche Toxizitätsgrenze für tägliche, langdauernde Vitamin D3 Einnahmen via Nahrungsergänzungen? Es geht nicht um die von Gesundheitsbehörden imaginierten Obergrenzen, sondern um reale. Die real möglichen täglichen Dosierungen dürften sicher über 20000 IE für Personen normalen Körpergewichts betragen, für fettleibige sicher weitaus mehr.

Welche Nutzen kann man von einer solch hohen Tagesdosierung erwarten – sprich: Warum wird die Thematik der Toxizität überhaupt diskutiert?

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